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Gutachten zu nachhaltiger Ernährung

Wie kann Politik eine nachhaltigere Ernährung fördern? Prof. Matthias Gauly ist Mitglied eines wissenschaftlichen Beirats in Deutschland, der ein vieldiskutiertes Gutachten vorgelegt hat.

Informationskampagnen und die Abschaffung der Mehrwertsteuerbegünstigung auf tierische Produkte zur Reduzierung des Fleischkonsums, steuerliche Begünstigungen für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte oder eine langfristige Nachhaltigkeitssteuer für alle Lebensmittel: Solche Vorschläge finden sich in einem Gutachten des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) beim deutschen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das in Deutschland in der vergangenen Woche breit diskutiert wurde. Ziel des Gutachtens ist es, „für ein wohlhabendes Land wie Deutschland weniger nachhaltige von nachhaltigeren Arten der Ernährung zu unterscheiden und mit konkreten Empfehlungen aufzuzeigen, wie Politik dazu beitragen kann, dass sich Menschen nachhaltiger ernähren“.

Zu den Mitgliedern des 18-köpfigen Beirats zählt seit 2009 auch Matthias Gauly, Professor für Nutztierwissenschaften und -management an der unibz. „Die aktuellen Empfehlungen sind zwar stärker von den Ernährungswissenschaftler*innen im Beirat ausgegangen, doch ich teile sie in jeder Hinsicht“, sagt Gauly. Das gelte insbesondere für Lenkungsmaßnahmen zur Reduzierung des Fleischkonsums. „Wenn jemand gerne große Mengen an Fleisch isst, soll ihm das auch künftig niemand verbieten. Doch die Politik kann über das Steuersystem dafür sorgen, dass er dann auch entsprechend dafür zahlt.“ Für Landwirte würde der Nutztierwissenschaftler infolge solcher Maßnahmen nur Vorteile sehen. „Denn es wäre dann möglich, mehr qualitativ hochwertiges Fleisch zu produzieren, das dann auch entsprechend bezahlt wird.“  

(su)