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#unibzcareers: "Mich interessiert evidenzbasierte Politikberatung"

Nach Bachelor in England und Master in Deutschland führt der Weg die Doktorandin Friederike Hertweck übergangslos ans Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

Die 35jährige Friederike Hertweck, gebürtig aus Berlin, schätzt sich glücklich, als erstes Arbeitsangebot bereits einen dreijährigen Vertrag unterzeichnen zu können: „Dies ist in der Forschung leider nicht selbstverständlich, werden doch viele Stellen, beispielsweise als research assistant, nur mit Jahresverträgen ausgeschrieben.“ Daher steht für sie nach knapp vier Jahren in Bozen im Doktoratsprogramm für Wirtschaftswissenschaften nun  ein Wechsel an, und zwar nach Essen in Deutschland, wo sie am RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung als Post-Doc in der Forschung arbeiten wird. „Als ihr Supervisor kann ich sagen, dass dies einen ausgezeichneten Einstieg in die Arbeitswelt darstellt“, freut sich auch Professor Mirco Tonin, Prodekan für Forschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. 

Friederike selbst befasst sich in ihrer Promotionsarbeit mit der Hochschulökonomik, „z.B. aus welchen Beweggründen sich Bewerber*innen für eine Universität entscheiden und wie Universitäten auf steigende Studierendenzahlen reagieren.“ Hierbei untersucht sie unter anderem die deutschen G8-Reformen, bei denen durch die Verkürzung der Gymnasialzeit von 13 auf 12 Jahren plötzlich Abgänger*innen von zwei Jahrgängen an die deutschen Universitäten strömten. Entsprechend arbeitet die Doktorandin viel mit Datensätzen aus Deutschland. „Bisher kennen wir überwiegend die kurzfristigen Effekte dieser Reform. Wenig wissen wir über die mittelfristigen Effekte auf die Berufswahl, den Studienverlauf oder den Wettbewerb um Ausbildungs-, Studien- und langfristig auch Arbeitsplätze. “

Ihre Erwartungen an die Zeit am Leibniz-Institut? „Mich interessiert evidenzbasierte Politikberatung. Manchmal führen Bildungs- und andere Reformen zu unerwarteten Effekten. Diese zu erkennen und eventuell Vorschläge zur Verbesserung machen zu können, ist unglaublich spannend.“ Nur nebenbei erwähnt Friederike Hertweck im Gespräch, dass sie neben der Promotion auch den Alltag mit ihren vier Kindern organisieren musste. „Dabei war Bozen aufgrund der kurzen Wege für uns als Familie natürlich sehr angenehm, und unsere Kinder haben sich in ihren Lernumgebungen sehr wohl gefühlt.“ 

Im Studienprogramm selbst waren die Professor*innen stets leicht erreichbar, „auch mein Doktorvater war oft sehr kurzfristig verfügbar, um z.B. Ergebnisse oder eine andere Methodik zu diskutieren.“ Mit Blick auf das Leibniz-Institut, das in Fragen der Arbeitsmarkt- und Bildungsökonomie eines der führenden Forschungsinstitute Deutschlands ist, freut sich die Doktorandin auf das Forschen in einem größeren Team, „da die fachliche Diskussion in der Forschung grundlegend und etwas sehr Inspirierendes ist.“ 
(vic)